Im Bild: der Blick aus unserem Esszimmer.
Als wir die Wohnanlage zum ersten Mal besichtigt haben, war hinter unserem jetzigen Haus ein riesen Loch (das Überbleibsel des halb weggesprengten Fushan), in dem gerade zwei Häuser angefangen wurden.
Mittlerweile, nach ca. 1 1/2Monaten, sind aus den zwei angefangenen Häusern schon sieben oder acht geworden (vor lauter Baustelle sieht man die Häuser nicht mehr), zwei haben schon die Endhöhe erreicht.
Jeden Tag sieht man ein bischen weniger vom Rest-Berg, weil jeden Tag mindestens ein Haus um zwei Stockwerke wächst. Bald haben wir keinen Bergblick mehr.
So schnell, wie hier gebaut wird... das ist Wahnsinn! In zwei Tagen war die Qingdayilu (Straße, ca. 1km lang) komplett neu geteert und eingebordsteint.
Was in D mindestens eine Woche dauert, ist hier nach einem Tag fertig. (Ist dann allerdings auch made in China, d.h. diese Straße ist übernächstes Jahr wahrscheinlich schon wieder renovierungsbedürftig.)
Das liegt aber auch an der beeindruckenden Zahl von Bauarbeitern. Man beachte im Bild: auf dem einen Haus tümmeln sich mind. 28 Menschen... und im Hintergrund der halb weggesprengte Fushan...
Wie in Amerika bekommt man hier pro Einkauf mind. 2 Tüten.
Kauft man beim Früchtemann 3Äpfel und will noch 1Orange, dann braucht die Orange natürlich ein eigenes Tütchen. Und weil man ja dann zwei einzelne Tütchen tragen müsste, bekommt man drum rum lieber nochmal eine etwas größere Tüte, damit man nur eine tragen muss.
Also hat man neben 3Äpfeln und 1Orange noch schnell 3Tüten bekommen.
Wir sammeln unsere Tüten und benutzen sie als Müllsack. Allerdings kommen wir mit dem Müllproduzieren dem Tütenwahn gar nicht mehr hinterher und unser eines Regalfach ist schon gestopft voll mit Plastiktüten. Jeden Tag kommen ein paar neue dazu.
Ich hab vom Günterslebener Bäcker eine Baumwolltragetasche mitgebracht. Wenn ich Wasserflaschen kaufen ging, hab ich die immer benutzt, weil ich sonst pro Flasche eine Tüte bekommen hätte. Das war für die Kassenfrauen jedesmal aufs Neue ein Erlebnis. Eine Baumwolltragetasche! Mitgebracht!!!
In der neuen Wohnung haben wir uns aber einen Wasserspender mit 18,9l(?)-Tank gegönnt. Der hat sich mittlerweile schon gerechnet. (Das ist was, das man in D auch einführen sollte, finde ich. Ist viel günstiger und praktischer als Flaschen! Und schafft Arbeitsplätze für die Wassermänner, die die neuen Tanks liefern. ...Hm, na gut, dann wär´s in D vielleicht doch nicht günstiger...)
Jedenfalls sollte ich mir jetzt mal angewöhnen, die Bäckertasche auch sonst mit mir rumzuschleppen. Die Tüten nehmen nämlich wirklich überhand!!
Auch wenn ich meistens wieder alles auspacke aus den 5 Tüten und alles in eine stopfe (was sehr viel Aufsehen erregt). Und auch wenn ich mich weigere, für ein einzelnes Snickers, das ich offensichtlich zum gleich essen gekauft habe, eine Tüte zu nehmen. (Kann man ja nicht in die Hand nehmen, braucht definitiv einen Hänkel...)
Also in Sachen Müllvermeidung...
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