Heute nach der Schule (Uni kann man die Art von Unterricht nicht nennen) sind wir zu 10t in ein gutes chinesisches Restaurant gegangen. Man kann ein eigenes abgetrenntes Zimmer haben ab einem Mindestverzehr von 10€. Das Essen in diesem Restaurant ist wirklich sehr gut, aber irgendwie hab ich danach immer Bauchschmerzen, also hab ich beschlossen, nicht mehr hin zu gehen. Aber wie gesagt, es schmeckt wirklich gut! Schade also.
Danach hab ich mir Obst gekauft: ein Verschnitt aus Limette, Mandarine und Orange. Schmeckt immer anders, aber gut. Und Pfirsiche und Bananen. Ansonsten gibt´s hier auch Äpfel, Melonen, Nashibirnen, die echt einen Geschmack haben, nicht so wie in Deutschland, dass sie nach Nichts schmecken. Sie sind wirklich tasty!! Aber exotische, mir unbekannte Früchte findet man natürlich auch.
Hab dann brav Hausaufgaben gemacht und dann sind wir noch alle zum Strand. Chinesen können meistens nicht schwimmen, deswegen benutzen sogar Erwachsene Schwimmreifen und Schwimmflügel. *STRANGE!*
Am Strand sind wir irgendwie die Attraktion schlecht hin. Es kommt sogar voll oft vor, dass wir fotografiert werden. Z.B. heute hat ein Mann seine Frau/Freundin fotografiert (ca. 50x) und immer so, dass wir Ausländer auch auf dem Bild mit drauf sind! :-)
Irgendwann haben wir das dann gemerkt und haben im Hintergrund z.B. das Victory-Zeichen gemacht, das Chinesen immer auf Bildern machen. Daraufhin haben sie uns sogar gebeten, uns neben sie zu stellen, wenn sie sich gegenseitig fotografieren! Also Westler sind immer noch nicht so ..."common" wie ich eigentlich gedacht hätte.
Am Strand habe ich auch einen Mann gesehen, der gekitet ist! Nachdem mein Bruder bei mir ja das Interesse für diesen Sport geweckt hat, bin ich dem natürlich gleich hinterhergerannt (nicht einfach im flachen Wasser! Kam mir vor wie Pamala Anderson ohne Titten bei Baywatch! *g*). Hab ihn gefragt, ob er weiß, wo man hier sozusagen das Kiten lernen kann. Er sagte, er kann´s mir beibringen, aber der will mir noch zu viel Geld (pro Std. 10,50€ und das ist für chinesische Verhältnisse einfach viel zu viel!!). Mal sehen, wenn er mit sich handeln lässt, dann werd´ ich es vielleicht mal versuchen, aber er scheint es auch nicht so wirklich auszuhäcken, dass ich ihn wirklich als Lehrer haben will... Hat sein Kite mitten in Leute stürzen lassen... naja.
Nach einer Umziehaktion sondergleichen (unter einem Handtuch; jedes Mädel, das das schon mal gemacht hat, weiß von welchem Act ich spreche) sind wir noch in einen FAKE-Starbucks gegangen und haben uns für chinesische Verhältnisse einen schweineteuren Kaffee gekauft. Aber nach knapp einem Monat ohne Kaffee dachte ich, das kann ich mir mal leisten, für ca. 0,33l Café Latte Caramel mit echtem MILCH-(!!!)Schaum 2,90€ auszugeben!
Danach sind wir wieder zurück zum Campus und jetzt sitze ich hier, immer noch salzig vom Meer und schreibe meinen zweiten Eintrag.
Sollte vielleicht auch mal meine neuen Bekanntschaften vorstellen:
1. Derry, ein Saudi-Araber, der meine erste Bekanntschaft war. Er kennt eigentlich jeden Ausländer hier und wenn man irgendeine Info braucht, muss man nur ihn fragen, er kennt 100%ig jemanden, der Bescheid weiß.
2. Adèle, die süße Französin. Ihr Englisch ist für tiefgründige Konversation nicht gut genug, aber allein ihr Akzent ist so schön, dass man sie einfach mögen muss! Außerdem ist sie natürlich echt lieb und nett und vor allem auch nicht so skeptisch, wie z.B. Derry und
3. Xenia, die Litauerin, die allem gegenüber sehr skeptisch und eher negativ eingestellt ist. Sie ist auch sehr nett und ich mag sie gerne, aber ich find´s irgendwie komisch, nach China zu kommen und das Essen nicht essen zu wollen. Ich denke, man ist in diesem Land fehl am Platz, wenn man nicht tolerant gegenüber neuen Geschmäckern und unbekanntem Essen ist. Aber das ist meine Meinung und somit behalte ich das für mich und akzeptiere ihre Einstellung. Ich muss ja nicht mit ihr Essen gehen. Das mache ich sowieso meist mit
4. Fotis, dem Griechen. Er ist mittlerweile mein Nachbar, nachdem ich ins "Shi hao lou" (Building number 10) umgezogen bin. Das ist das neuste hier und nicht eklig. Das Bad stinkt nicht und alles (auch die Kissen) sind neu, aber dazu später. Fotis ist sehr probierfreudig, wie ich und deswegen komme ich mit ihm eigentlich am besten zurecht. Er isst genau wie ich eigentlich alles, was man ihm vorsetzt, wenn er´s auch nicht aufisst, er probiert wenigstens. Und somit muss ich nicht immer alleine probieren. Sein Chinesisch klingt lustig (wir sind in der gleichen Klasse) und sein Englisch ist um Längen meinem voraus. Deswegen kann ich mich mit ihm auch am besten unterhalten, er versteht mich und tiefgründige Themen sind kein Prob. Was ich auch mag: er scheint sich ähnlich zu fühlen wie ich. Außerdem hat er lustige Haare (Afro-Locken, ewig lang)!
5. Enrice, der Peruaner. Er ist schon 32, sieht aber aus wie grad mal 25. Eine Koreanerin hat gemeint, er hat ein Babyface und das ist auch echt so. Er ist echt lustig, vor allem, wenn er betrunken ist. Er hat mich auch überzeugt umzuziehen.
6. Maoyin, die Koreanerin. Sie ist eine der süßesten und mitteilungsfreudigsten meiner Klassenkameradinnen. Sie ist meistens auch dabei, wenn wir essen gehen. Genauso wie ihre Freundinnen
7. Boram
8. Yurim und von den anderen kann ich mir die Namen noch nicht merken (schlimm, ich weiß, aber ich hab ja schon Probleme mit deutschen Namen, und dann auch noch KOREANISCHE!!).
9. William und Peter, zwei Chinesen, die unsere (Fotis und meine) Sprachpartner sind. Peter hat sich selbst zu meinem chinesischen Bruder erklärt und ist echt lustig, hat aber einen schlimmen Dialekt (von Putonghua kann keine Rede sein, das ist das chinesische "Hochdeutsch") und ist nach einer Flasche Frauenbier betrunken. Frauenbier: man kriegt hier nix anderes, das schmeckt alles eher wie Wasser mit weng Bier und deswegen hab ich auch angefangen, Bier zu trinken! Ich!! William ist sehr bemüht, mir bei Chinesisch zu helfen und hat auch nicht so einen schlimmen Dialekt. Ihn verstehe ich um Meilen besser!
10. Die ganzen Deutschen, z.B. Pia und Lena, Marian und Bernd, Phillip, Florian und wie sie alle heißen. Da wir meistens in die gleichen Locations gehen (so viele gibt´s hier nicht), sieht man sich zwangsläufig. Marian und Bernd verarschen mich immer wegen meinem Frängischen "RRR", aber selber sprechen sie a kein Hochdeutsch... naja, so hat man wenigstens was zu lachen.
Das war´s glaub ich schon. Natürlich habe ich noch ca. 10 koreanische Freundinnen, von denen ich mir wie gesagt die Namen nicht merken kann. Sie sind aber in meiner Klasse und immer hoch erfreut, wenn sie mich sehen. Und ich freu mich über ihre Freude! *g*
Weil Fotis mein Nachbar ist, wir also immer zusammen zum Unterricht gehen und wir auch so viel zusammen machen, haben ALLE Koreanerinnen schon gefragt, ob er mein boyfriend ist! Bei ihnen ist alles gleich boyfriend, was man außerhalb des Unterrichts trifft. :-)
Noch was zu meinem neuen Zimmer: also 1. ist alles neu, die Möbel, der Boden, die Wände, das Bad, das Bettzeug (im alten Zimmer waren die Kissen so eklig, wenn man den Bezug runter hat, dass ich mir ein neues gekauft hab, das ich jetzt eigentlich nicht mehr brauche) und auch die Matratze (die etwas weicher ist und nicht mehr so ein Brett wie im anderen Zimmer, aber sie ist immer noch in ihrer Folienverpackung: muss ich noch wegmachen). Und 2. stinkt das Bad nicht. Das war eigentlich der Hauptgrund, weshalb ich umgezogen bin. Man kann sich an vieles gewöhnen und mit den dreckigen Wänden und den sich lösenden Linoleum-Platten hatte ich mich schon halb angefreundet. Auch gegen meine 2 Mitbewohner (zwei RIESIGE! Hundertfüßler, die zu schnell zum Einfangen waren) hatte ich prinzipiell nichts einzuwenden. Aber womit ich echt nicht zurecht kam, war das Bad, das so widerlich nach Kanalisation gestunken hat. OK, wenn einer meiner Nachbarn geduscht hat, hat´s gut nach Shampoo und Duschgel gerochen, aber leider duscht niemand 24h lang...
Jetzt bin ich also im neusten Gebäude und bisher hatte ich noch keine Probleme. Aber Chinesen können scheinbar keine Bäder bauen. Der Raum, der schon an sich eng ist, ist so bescheuert genutzt, dass mindestens ein Viertel der Fläche einfach unbrauchbar ist. Das Klo ist nämlich nicht an die Wand gebaut, sondern steht mitten in einer Nische, so dass es viel zu viel Platz wegnimmt, den man so gut für die Dusche hätte nutzen können. Außerdem haben sie ein Waschbecken eingebaut, das Löcher für den Wasserhahn und zwei Regler hat, aber der Wasserhahn hängt über dem Waschbecken (ohne Temperaturregulation). Also jedes Mal, wenn man sich die Hände wäscht, kriegt man nasse Füße, weil das Wasser durch die Löcher fließt. Ich hab sie jetzt mit schwarzem Klebeband zugeklebt. Sieht bescheuert aus, aber besser als nasse Füße...
Ich hab immer noch Bauchschmerzen vom Mittagessen. Außerdem muss ich immer noch duschen und eigentlich muss ich auch noch weng lernen. Also das war´s dann für jetzt!
Bis bald! Mona
1 Kommentar:
Du bist echt toll! (if my german has not transcended from almost forgotten to totally illegible) ;-P
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